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Der Algenfarn Azolla hat es faustdick unter den Blättern

Ein Ass im Ärmel – der Algenfarn Azolla

Farnblatt im Längsschnitt:
In der Höhle auf der Unterseite befinden sich die fadenförmig aufgereihten Bakterien.
(aus: Straßburger, Lehrbuch der Botanik, 34.Aufl.)
Algenfarn Azolla

Der unscheinbare Schwimmfarn Azolla hat es faustdick unter den Blättern: hier lebt das Cyanobakterium Anabaena azollae in eigens dafür geschaffenen Hohlräumen. Es fixiert Stickstoff aus der Atmosphäre in so überreichem Ausmaß, dass sogar für die Düngung von Reisfeldern noch genug übrig bleibt.

Die Gattung Azolla gehört zur Familie der Schwimmfarngewächse (Salviniaceae) und ist vorwiegend in den Tropen verbreitet. Alle sechs Arten leben mit Cyanobakterien in einer Lebensgemeinschaft (Symbiose) zusammen, von der beide Organismen profitieren. Der Farn erhält lebensnotwendigen Stickstoff (N2), das Bakterium erhält Schutz und Nährstoffe.
Stickstoffverbindungen sind wichtige Bausteine des pflanzlichen Stoffwechsels, sie werden unter anderem zu Aminosäuren oder DNA-Molekülen verarbeitet. Einige Mikroorganismen können dank eines besonderen Enzyms N2 aus der Luft aufnehmen und in organische Verbindungen umwandeln. Pflanzen, die mit solchen Bakterien zusammenleben, haben ihren eigenen Dünger stets dabei. Den gleichen Effekt nutzen Gärtner, indem sie Hülsenfrüchtler wie Lupinen zur Gründüngung einsetzen.

Eine so enge Symbiose wie zwischen Azolla und Anabaena ist selten. In Jahrmillionen gemeinsamer Evolution haben die beiden Organismen ihr Zusammenleben perfektioniert. Das Bakterium wird mit den Farnsporen auf die nächste Generation übertragen. Jedes Farnblatt formt eine Höhle, in der die Mikroorganismen einen optimalen Lebens¬raum vorfinden. Hier fixieren sie den Luftstickstoff und geben ihn an die Umgebung ab.

Azolla bindet mit Hilfe seines Symbionten etwa 95 kg Stickstoff pro Hektar und Jahr. In Asien werden die Farne traditionell im Mischanbau mit Reis auf den bewässerten Feldern angesiedelt. Die kostenintensive Zufuhr von synthetischem Stickstoffdünger wird dadurch vermindert. Durch Ausbildung einer geschlossenen Farndecke werden außerdem Unkrautbewuchs und Mückenbrutplätze reduziert.

Dr. Melanie Paetsch-Grave

 

 

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Samstag, 09. Juni bis 05. August 2018 - Ausstellung der Fotografischen Gesellschaft Osnabrück: Botanik – anders gesehen

Die Mitglieder der Fotografischen Gesellschaft Osnabrück von 1912 e.V. haben innerhalb des letzten Jahres die Schönheit und Vielfältigkeit des Botanischen Gartens Osnabrück fotografisch erfasst.Dabei sollte bewusst keine naturgetreue Abbildung der Pflanzen erfolgen. Das haben wir durch Ausnutzung der technischen Möglichkeiten digitaler Kameras und der Bearbeitungssoftware ungewohnte Darstellungen erreicht.
Wir hoffen, dass unsere Bilder Neugier und Interesse der Besucher des Botanischen Gartens wecken. Haus 8 (Überwinterungshaus) im Botanischen Garten, Albrechtstraße 29. Der Eintritt ist frei. Sie haben Fragen? Tel. +49 541 969 2739


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