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Ward'scher Kasten

Ward'scher Kasten: Von den Tropen über Europa zu den Tropen!

Nachbau Ward'scher Kasten

Während diverse Recherchen zu tropischen Pflanzen in der Kolonialzeit stieß ich regelmäßig auf Ausführungen, die sich mit den Schwierigkeiten des Transportes von tropischen Pflanzen über die gemäßigten Breiten zu einem neuen Standort in den Tropen befassten.
Während dieser Zeiten haben Europäer versucht viele Arten in klimatisch vergleichbaren Regionen anzubauen und versprachen sich davon natürlich immense finanzielle Gewinne. Monopole wurden gebrochen. Noch zu Zeiten des Transportes der Brotfruchtbäume von Tahiti nach Jamaica 1787 war es nicht unproblematisch, die Jungpflanzen an Deck eines Schiffes zu transportieren. Sofern die Pflanzen von der Neotropis zur Paleotropis transportiert wurden und der Weg auch über Europa gewählt wurde, so gab es auch Probleme mit den Temperaturen und dem Licht. Die Pflanzen hatten an Deck reichlich Licht. Hier wurden Sie aber durch Gischt (salzhaltig) oder durch zu niedrige Temperaturen geschädigt. Unter Deck waren sie sicherer, doch keine Pflanze konnte bei einer viermonatigen Reise die Dunkelheit überstehen. Der teilweise hohe Wasserverbrauch der Pflanzen war ebenfalls ein Problem. Kein Seemann sah es ein, zu dürsten, damit die Pflanzen am Leben bleiben (Beispiel: Transport des Brotfruchtbaumes auf der Bounty). 
1833 hatte der Arzt und spätberufener Botaniker Nathaniel Ward die innovative Idee, dass Pflanzen in einem geschlossenen System länger überleben können. Ward baute eine verglaste Transportkiste und testete die Eigenschaften durch das Verschiffen von britischen Farnen und Gräsern nach Australien und auf dem Rückweg von australischen Arten nach England. Die ankommenden Pflanzen waren in einem sehr guten Zustand. Somit begann die Erfolgsgeschichte der Ward`schen Kästen. Vier Original-Exemplare der Ward`schen Kästen existieren noch weltweit.

Ein Exemplar wurde um 1960 auf dem Dachboden des Berliner Museums wiederentdeckt. Freundlicherweise haben uns die Berliner Kollegen Fotos und Maße überlassen. Die Tischlerei der Universität Osnabrück hat dem Botanischen Garten zu Demonstrationszwecken ein Exemplar nachgebaut.

Ulrich Rösemann, Januar 2016

Nächster Termin


10. Juni bis 12. Oktober 2018 - Ausstellung: „Die Grüne Apotheke – vom Hortus Medicus zur Pharmaforschung“

Bei Wissensdurst fragen Sie Ihren Gärtner oder Botaniker! 
Gelegenheit dazu gibt es vom 09. Juni bis zum 12. Oktober 2018.
Die Grüne Apotheke – vom Hortus Medicus zur Pharmaforschung“ stehen Arzneipflanzen im Mittelpunkt der Ausstellung. Die einzelnen Tafeln der Ausstellung sind im gesamten Garten verteilt, Porträts finden sich bei den jeweiligen Pflanzen.

Botanische Gärten haben eine enge historische Verbindung zu Heilpflanzen, und so lag es nahe, die Rolle von Pflanzen in der Medizin in den Fokus einer Ausstellung zu nehmen. Dabei werden sowohl altbewährte als auch noch weitgehend unbekannte Arzneipflanzen im Detail vorgestellt (von Arnika, Salbei und Knoblauch bis hin zu Schlafmohn, Eibe oder Maiapfel).  Den Kern der Ausstellung stellen jedoch Themenposter zu einer breiten Palette von Fakten rund um Pflanzen in der Heilkunde dar, so zum Beispiel:
- Zubereitung pflanzlicher Drogen und Arzneimittel
- Gesetzliche Regelungen rund um Arzneipflanzen und Arzneimittel
- Superfood – was steckt dahinter?
- Giftpflanzen in der Heilkunde
- Arzneipflanzen im Welthandel
- Aktuelle Forschungsfragen
- Heilpflanzen versus Natur- und Artenschutz Die begleitende Ausstellungsbroschüre fasst sämtliche Ausstellungsinhalte im praktischen Mitnahmeformat zusammen, ergänzt durch einige vertiefende Essays. Sie ist im Sekretariat des Botanischen Gartens der Universität Osnabrück erhältlich. (Schutzgebühr: 7 €) Botanischer Garten der Universität Osnabrück, Albrechtstraße 29 Eintritt frei. Sie haben Fragen? Tel. +49 541 969 2739 Ausstellung und Woche der Botanischen Gärten sind eine Initiative des Verbands Botanischer Gärten e.V. (www.verband-botanischer-gaerten.de).


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